Zur Startseite Sie befinden sich hier: Aktuelles > Aktuelles Detail

Das KMGV-Vereinshaus Wolkenburg

Ein Denkmal voller Musik

Das KMGV-Vereinshaus Wolkenburg

Die Wolkenburg am Mauritiussteinweg ist jeden Donnerstag ein Haus voller Musik. Etwa 200 Sänger des Kölner Männer-Gesang-Vereins (KMGV) sind in der Sälen des prächtigen Gebäudes aktiv: Die Chorschule in der Burgstube, die Repertoireprobe im Cäcilienzimmer, der Notenwart im Archiv, der Vorstand in der Geschäftsstelle und schließlich der Kammerchor im Cäcilienzimmer sowie der Große Chor im Festsaal.

Es herrscht eine ausgelassene Stimmung, wenn man(n) sich auf den großen Treppen begegnet und konzentrierte Stille in den Proben – wenn die honorigen Herren bei den beiden Dirigenten und den zwei Stimmbildnern des KMGV wieder zu »Chorknaben« werden. Und mit Chorknaben hat auch alles begonnen: 1842 – vor 175 Jahren. Als sich die ersten 30 Sänger – die sich bereits aus der Dom-Kapelle kannten – zu einem neuen Chor zusammenfanden. Sie gründeten am 27.04.1842 im Gasthaus »Zum Bönn'schen Hof« am Waidmarkt den KMGV und wählten den damaligen Dom-Organisten Franz Weber zum Dirigenten. Zwar wurde der KMGV erst durch königliche Kabinettsorder vom 13. Juni 1857 als »Kunstanstalt für den deutschen Männergesang« zur Rechtsperson, aber bereits im ersten Jahr seines Bestehens konzertierten die Herren im Schloss Augustusburg zu Brühl vor Friedirch Wilhelm IV., dessen Gemahlin Elisabeth und zalhreichen Fürsten aus Anlass der Grundsteinlegung zum Weiterbau des Kölner Doms.

Von insgesamt 355 Konzerten des KMGV wurden bis zur Vollendung des Kölner Doms 67 Veranstaltungen ausschließlich zugunsten des Dombaus durchgeführt. Eine Bilanz ergibt, dass der KMGV bis 1880 etwa 233.100 Goldmark für den Dombau ersungen hat! In den zurückliegenden 175 Jahren sammelten die aktiven Mitglieder des KMGV mit ihrem Gesang nahezu eine Million Euro für den Aufbau und die Erhaltung des Kölner Doms und zahlreicher weiterer gemeinnütziger Zwecke ein – getreu ihrem Gründungsmotto »Durch das Schöne stets das Gute«.

Der steinige Weg zur neuen Heimstatt

1144 beziehen aus Köln stammende Benediktiner-Nonnen des Kloster Nonnenwerth ihren neu errichteten Konvent am Mauritiussteinweg. In den Folgejahren widerfährt dem wehrhaften Bau eine wechselvolle Geschichte – die vielen Um- und Anbauten über die Jahrhunderte, die Nutzung durch die Alexianer-Brüder und die Zerstörung durch den verheerenden Bombenhagel in der Nacht vom 30. auf dem 31. Mai 1942 haben wir in der Geschichte unseres Vereinshauses Wolkenburg für Sie zusammengefasst.

Der Schutthügel am Mauritiussteinweg prägt viele Jahre das Straßenbild. 1959 legt der KMGV den Grundstein für die denkmalgerechte Rekonstruktion des barocken Klostergebäudes als Ersatz für sein kriegszerstörtes Vereinshaus am Cäcilienkloster. Denn eine Rückkehr ist ausgeschlossen: Die Nord-Süd-Fahrt tilgt die alte Adresse »An der Wollküche« vom Stadtplan. Am 29. Dezember 1960 feiert der KMGV Einzug in sein neues Vereinsheim, das in Köln schlicht Wolkenburg genannt und am 1. Juni 1980 als Nummer 94 in die Denkmalliste der Stadt Köln aufgenommen wird.

Auch heute noch investiert der Verein jährlich hohe Summen, um das Denkmal Wolkenburg für die Stadt zu erhalten. Immer höhere Anforderungen an Brandschutz und Meldetechnik erfordern fortwährende Investitionen in das Vereinshaus, die der Kölner Männer-Gesang-Verein aus eigenen Mitteln finanzieren muss: Es werden also noch viele Benefiz-Konzerte des großen Kölner Männerchores zu hören sein!

Zurück