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Das Hoch des KMGV

Ein Ständchen der ganz besonderen Art

Zu nahezu jeder Probe erklingt dieses »Hoch!«: Geburtstag, Jubiläum oder Hochzeit – mit ihrem eigenen Ständchen gratulieren die Sänger des Kölner Männer-Gesang-Vereins Mitsängern und Freunden des KMGV. Doch woher stammt diese gefällige Eigenkomposition?

In drei Systemen vierstimmig sorgfältig von Hand in D-Dur notiert, der Text sauber in Blockschrift geschrieben – dabei ist die Komposition eigentlich nur für den »Hausgebrauch« des KMGV gedacht. Weit gefehlt, wer glaubt, der Komponist habe nur schnell die Noten notiert, für die Umsetzung aber dem Dirigenten durch Verzicht auf Angaben zur Dynamik, Betonung usw. aber weitgehend freie Hand gelassen. Nein, der da die Feder geführt hat, der hat viel Sorgfalt walten lassen: Genaue Angaben zur Dynamik, Phrasierungsbögen, Akzenturierungzeichen, Crescendo-Gabeln – alles da, um keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, wie sich der Komponist die Umsetzung seines Werkes vorgestellt hat. Gesungen wird das »Hoch!« in der jetzigen Form im KMGV wahrscheinlich seit der Nachkriegszeit.

Und wer hat da nun so sorgfältig gearbeitet? Heinrich Brach – auch das verrät uns das Blatt. Aber wer ist das? Sucht man den Namen im Internet, so findet man einen Hinweis auf ein vierstimmiges Stück für Männerchor, »Dorfkirche« (Durch offne Türen drängt der Sonnenschein), op. 10, Dauer: 2 min., komponiert von Heinrich Brach (1882 bis 1955). Das wird er sein, »unser« Heinrich Brach. War er vielleicht aktiver Sänger im KMGV? Man wird das ausschließen können, denn die Chronik zum 100-jährigen Chorjubiläum 1942 führt ihn weder unter den aktiven noch unter den inaktiven Mitgliedern. Und jetzt kommt’s: Heinrich Brach war von 1946 bis 1951 Dirigent des Deutz Chores! Damit steht natürlich sofort die Frage im Raum: »Ist das eigentlich »unser Hoch!« oder singen wir seit Jahrzehnten ein ursprünglich für den Werkschor in Deutz komponiertes »Hoch!«? Wissen können wir das nicht, aber wir dürfen vermuten, dass Heinrich Brach begeistert wäre, dass sein »Hoch!« jede Woche aufs Neue in der Wolkenburg mit Freude gesungen wird.

-GF-

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